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Alexandra Kordas: Vom Drehbuch zur Leinwand

Text
Julia Heinz
·
Foto
A.Kordas / Hannes Magerstädt
Münchner Künstlerin Alexandra Kordas eröffnet vor ihrer Biennale Ausstellung - die Soloausstellung  "Frühlingserwachen" im Kunst im Foyer der LV1871,
Maximiliansplatz 5, 80333 München am 28.04.2026

Fotocredit:
Hannes Magerstädt

Die Münchner Künstlerin Alexandra Kordas hat einen ungewöhnlich rasanten Aufstieg in der Kunstwelt vollzogen. Erst 2018 feierte sie ihren schöpferischen Durchbruch, heute führen ihre Ausstellungen sie von New York bis zur Biennale nach Venedig. Aktuell verwandelt Kordas das Kunstfoyer der LV1871 in einen Resonanzraum für innere Landschaften.

 

Unter dem Titel „Frühlingserwachen“ zeigt Kordas eine Facette ihres Werks, die zwar farbintensiver und lichter erscheint als ihre früheren, oft mit Leid und Verlust ringenden Arbeiten, aber nicht weniger fordernd bleibt. Wer hier gefällige Flora erwartet, wird enttäuscht: Kordas übersetzt den Frühlingsbegriff in großformatige, fast gewaltsame Farbexplosionen – und nutz die Leinwand als Spielfeld für polare Kräfte: Sanfte Pastelltöne kollidieren mit eruptiven schwarzen Akzenten; Ordnung ringt mit dem Kontrollverlust. Was ihre Arbeit auszeichnet, ist die physische Direktheit.

 

VON DER SCHAUPSIELERIN ZUR KÜNSTLERIN

Als ehemalige Schauspielerin weiß Kordas um die Wirkung von Präsenz. Ihre teils großformatigen Werke und Skulpturen fungieren als Seismografen psychischer Verschiebungen. Es geht nicht um die Abbildung der Außenwelt, sondern um das Sichtbarmachen seelischer Metamorphosen. In einer Zeit der Oberflächlichkeit zwingen diese Arbeiten zum genauen Hinsehen – und zum Aushalten der Fragilität, die jedem Neuanfang innewohnt.

 

BIENNALE ARTE VENEDIG

Nach ihrem späten Karrierestart 2018 hat sich die frühere Drehbuchautorin schnell international etabliert. Ab Mai wird Kordas auf der Biennale Arte mit ihrer Skulptur „The World is falling apart“ vertreten sein. In München gab sie nun einen Vorgeschmack auf diesen künstlerischen Dialog.

Dr. Tayfun Belgin (Direktor Osthaus Museum a. D.) zog in seiner Rede am Abend der Vernissage die Linie zu Kandinskys „innerer Notwendigkeit“: Kunst muss die Seele berühren. Kandinsky meint damit, dass wahre Kunst nicht aus äußeren Regeln oder Nachahmung entsteht, sondern aus einem inneren Drang des Künstlers, also aus seinen Gefühlen, seiner Intuition und der spirituellen Überzeugung. Genauso entstehen bei Alexandra Kordas ihre Werke zuerst im Inneren und entladen sich explosiv auf der Leinwand.

 

Quick Facts

Kunst im Foyer – LV1871

Maximiliansplatz 5

80333 München

Ausstellungszeitraum: 29.April bis Ende August 2026

Öffnungszeiten: werktags von Montag-Freitag von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

www.lv1871.de

 

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