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BARBARA BENZ

Text
Joachim Fischer
·
Foto
Marc Schäfer/Redaktion
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Die Innenstadt, ob groß oder klein, ist das soziale und kommunikative Zentrum einer Stadt. Hier treffen sich die Menschen, verbringen ihre Freizeit und versorgen sich mit Waren und Dienstleistungen. Handel ist Leidenschaft und braucht auch in Zukunft emotionale Räume! Wohin die Reise des Handels gehen kann, was ihr Design und Architektur bedeuten, diskutierte Baraba Benz von architare mit Florian Gerlach von Fischermann.Media, bevor sie gemeinsam mit dem Fotografen Marc Schäfer auf Tour durch Stuttgart gingen.

In Stuttgart hat man es wie in vielen anderen Städten in der Vergangenheit versäumt, sich zukunftsfähig aufzustellen und steht heute vor großen Herausforderungen durch Einkaufszentren, Online-Handel und ein verändertes Kundenverhalten. Wie man zu einer lebendigen und attraktiven Innenstadt beitragen kann, wollen wir mit dem Magazin SELECTION und unseren Beiträgen aufzeigen. Denn Einkaufen, Shoppen und Freizeit – all das findet im Zentrum der Städte statt und macht sie zu Erlebnisräumen, in denen sich die Menschen gerne aufhalten. Geschäfte mit modernen Konzepten, attraktive Restaurants, Cafés und Plätze zum Verweilen sowie Dienstleister wie Ärzte, Banken und Behörden bilden das Rückgrat eines lebendigen Stadtlebens. Dabei können einerseits digitale Technologien genutzt werden, um Angebote und Dienstleistungen zu den vernetzten Kunden zu bringen. Gelingt dies, steht einer engeren und vor allem direkten Kommunikation zwischen allen Beteiligten nichts mehr im Wege. Andererseits werden unsere Innenstädte nicht erst durch moderne Technik und Social Media zu einem Ort, an dem sich Menschen gerne aufhalten. Zu einer Stadt gehört auch, dass sie ihre Besucher emotional anspricht, dass sie Atmosphäre hat und Geschichten erzählen kann. Solch eine Geschichte ist die von Barbara Benz und architare.

Wer das feine Möbelhaus am Rande des Dorotheenquartiers betritt, taucht in eine andere Welt ein und wird von einem feinen Gespür für Design und Architektur umhüllt. Liebevoll arrangiert findet sich hier eine riesige Auswahl an allerlei Schönem: Sitzmöbel aus Italien und Spanien, Klassiker aus der Region, Leuchten, Vasen und andere Accessoires. Herzlich werden wir heute von der Geschäftsführerin Barbara Benz empfangen. Nach einem ersten Gespräch wird sofort klar: Hier trifft man auf geballte Frauenpower und Fachkompetenz. Der Tochter des Unternehmers Rolf Benz liegt die Leidenschaft und Liebe zu Möbeln und Einrichtungen quasi in den Genen. Die geschäftsführende Gesellschafterin von architare Barbara Benz lebt seit ihrer Kindheit in der Region und hat 2014 das traditionsreiche Stuttgarter Möbelhaus „Fleiner“ übernommen. Mit dem Umzug vom Killesberg in die Stuttgarter Innenstadt erfolgte auch die Umbenennung von Einrichtungshaus Fleiner Möbel by Architare in architare. Alles etwas kleiner, aber dafür in bester City-Lage, um die Ecke von Breuninger und der Markthalle. Während unseres Gesprächs werden wir immer wieder von aufmerksamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Broschüren und frischem Espresso versorgt. Seit der Gründung von architare 2007 in Nagold hat sich die Zahl der Mitarbeitenden von 4 auf 30 vervielfacht. Darunter sind auch Mitarbeitende, die seit der Gründung dabei sind. Voller Stolz betont Barbara Benz immer wieder: „Ohne die langjährige enge Zusammenarbeit und die Hilfe meiner Mitarbeitenden wäre das bei all den Aufregungen der vergangenen Jahre wie Umzug und Corona nicht möglich gewesen“. Sie seien voller Leidenschaft für gutes Design und würden immer 100 Prozent geben – das sei eine Lebenseinstellung und ein besonderes Kundenverständnis.

Barbara Benz ist stets auf der Suche nach neuen Trends und Inspirationen, die sie für ihre Kunden im In- und Ausland umsetzt. Das Designstudio Eoos bezeichnet sie als „Undercover-Trendscout“ und Instanz für guten Geschmack. Die Leidenschaft für Möbel und Design wurde ihr in die Wiege gelegt: Ihr Vater war Inhaber der Möbelmarke Rolf Benz, ihr Bruder Markus Benz ist Vorstand des Polstermöbelherstellers Walter Knoll. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Industrie arbeitete sie als Europa-Koordinatorin einer großen amerikanischen Werbeagentur im Ausland – unter anderem in Italien und den USA – und kehrte mit eigenen Ideen in ihre Heimatstadt Nagold zurück. Dass es nach Nagold auch noch einen Standort in Stuttgart geben würde, war geplant, erzählt Barbara Benz. Aber der Umzug ins Dorotheenquartier war ein schöner Zufall. Die Möglichkeit sei damals einfach da gewesen, sagt sie lächelnd. Ein Zufall, der sich im Nachhinein als glückliche Fügung erwiesen hat: Der kleinere Laden in Stuttgart werde wirklich rege genutzt, schmunzelt sie. So könnten die Kunden am Ende ihres Stadtbummels oder vor dem Besuch beim Lieblingsitaliener bei ihr vorbeischauen. Und das alles, ohne den meist längeren Weg nach Nagold auf sich nehmen zu müssen. Architare ist im rückwärtigen Bereich des DoQu gelegen – uneinsehbar, fast wie in einer kleinen Wohlfühloase. Apropos wohlfühlen: Barbara Benz legt Wert darauf, mit „architare“ mehr als nur ein Einrichtungshaus zu sein. Das kommt an, wie die positiven Bewertungen – auch in den sozialen Medien – zeigen.

Wie sind Sie zur Innenarchitektur und zu architare gekommen?
In eine Möbelfamilie hineingeboren, wurde mir Design sozusagen in die Wiege gelegt. Nach Stationen in Mailand und New York habe ich mich umorientiert und 2007 architare in Nagold gegründet. Mit der Übernahme des traditionsreichen Stuttgarter Möbelhauses „Fleiner“ im Jahr 2014 hat architare seinen Namen als Synonym für großartige Innenarchitektur, starke Möbelmarken und erstklassigen Kundenservice weiter gefestigt. Darüber hinaus wirkt sich die familiäre Atmosphäre bei uns wohltuend auf Mitarbeitende, Fachhandelspartner, externe Partner und unsere Kunden aus.

Was bietet architare seinen Kundinnen und Kunden an?
architare präsentiert sowohl in Nagold als auch in Stuttgart regionale und internationale, zeitlose und stilvolle Möbel im Premium-Design-Segment. Mit Marken wie Walter Knoll aus Herrenberg, B&B Italia, Vitra oder dem Hersteller Cassina aus Norditalien, um nur einige zu nennen, können wir unseren Kunden exklusive Produkte anbieten. Aber es geht nicht nur um exklusive Möbel. Architare steht auch für eine hervorragende Kundenbetreuung. Mit Professionalität, Zuverlässigkeit und Kreativität behandeln wir jeden Kunden als Unikat. Mit unserem Team aus qualifizierten Beratern und Interior Designern genießen unsere Kunden stets eine erstklassige Betreuung. Und Beratung bedeutet bei architare nicht nur, das richtige Möbel zu finden, sondern einen ganzheitlichen Prozess, eine umfassende Unterstützung bei der Planung, beim Styling und darüber hinaus. Wir ergänzen diesen Prozess mit profundem Marken-Know-how und dem Erzählen der Geschichten hinter den Produkten. Architare ist Profi darin, sich in Lebenszusammenhänge einzufühlen und Wohnkonzepte zu fördern, in denen sich Menschen wohlfühlen.

Vom Smartphone bis in das Wohnzimmer – wie digital wird sich die Einrichtung entwickeln?
Sie möchten wissen, ob der „Onsa Chair“ von Walter Knoll oder das „Otto“ Sofa von Cassina in Ihr Wohnzimmer passt? Kein Problem! Auf modernsten LED-Bildschirmen zeigen wir die neuesten Objekte von architare. Auf interaktiven Tablets können die ausgewählten Möbel in gestochen scharfer Qualität konfiguriert und betrachtet werden. Dabei kann das Möbelstück von allen Seiten begutachtet werden, als stünde es mitten im Raum. Im Wohnzimmer genauso wie im Büro!
Wie trifft man aus dem großen Angebot an Möbeln und Einrichtungsgegenständen die richtige Auswahl für die eigene Ausstellung?
Wir wählen die Produkte nach unseren Zielkunden aus. Außerdem orientieren wir uns an den aktuellen Design- und Möbeltrends, die wir jedes Jahr in unserem Magazin architare vorstellen. Außerdem ergänzen sich die beiden Einrichtungshäuser: Unser Haus in Nagold ist eher ausgefallen und trendorientiert, hier in Stuttgart sind wir klassischer und moderner. Gerade in der Kombination dieser beiden Stilrichtungen liegt das Geheimnis: Unsere Kunden können aus exklusiven Produkten wählen, die genau ihren individuellen Bedürfnissen und ihrem persönlichen Lebensstil entsprechen.

Wo sehen sie sich und architare in naher und ferner Zukunft?
Wir sind Einzelhändler aus Leidenschaft. Wir identifizieren uns mit der Region, mit der Stadt und ganz besonders mit der Innenstadt. Ich bin davon überzeugt, dass wir nur gemeinsam und mit vereinten Kräften die Entwicklung der Stuttgarter Innenstadt nachhaltig positiv beeinflussen können. Denn auch die Geschichte von architare begann mit einem Geschäft in Nagold – eine Tradition, auf die wir auch mit Walter Knoll seit über 150 Jahren zurückblicken können. Ich bin davon überzeugt, dass architare sowohl in der nahen als auch in der fernen Zukunft Raum für weiteres Wachstum hat. Denn neben Kreativität und Qualität gibt es viele weitere Gründe, im stationären Handel einzukaufen – und das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben. Dazu gehört der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen. Und nicht zuletzt ist es die Philosophie von architare, Designqualität von bleibender Gültigkeit zu schaffen. So erkennt man bei architare ein stimmiges Gesamtkonzept. Meine Mitarbeitenden und ich kennen unsere Kundschaft und deren Bedürfnisse, für die ein passendes Design gesucht wird. Wir bieten ein ebenso sympathisches wie kompetentes Gesamtpaket mit den passenden Accessoires, auf Wunsch aber natürlich auch Stil- und Einrichtungsberatung durch designbewusste Mitarbeitende. Von Menschen, mit Menschen, für Menschen. Bei uns bekommt das Unternehmen ein Gesicht. „Wenn Kundinnen und Kunden sagen, dass sie gerne zu uns kommen, weil es hier immer herzlich und freundlich zugeht, dann weiß ich, dass mein Konzept ankommt und architare eben mehr ist als nur ein Möbelhaus. Dass die Seifenflocken für die Lederpflege über unseren Onlineshop bestellt werden kommt häufig vor, wir betreiben diesen Verkaufskanal auch aktiv.

Ein wichtiges Thema zum Schluss. Wie könnte aus Ihrer Sicht das Zusammenspiel von Stadt und Handel in Zukunft aussehen?
Der Schlüssel zur Attraktivitätssteigerung könnten Mischnutzungskonzepte sein, die sich je nach Standort und Stadt unterscheiden. Ich glaube, dass die funktionsgetrennte und autogerechte Stadt nicht mehr zeitgemäß ist. Ich bin ein großer Befürworter einer funktionsgemischten und lebenswerten Stadt – auch und gerade unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Ich erlaube mir, drei Sichtweisen auf die Innenstadt in den Vordergrund stellen: Die Innenstadt muss ganzheitlich, individuell und menschlich gedacht werden. Vielleicht kann Stuttgart als Gesamtorganismus vorangebracht werden, der Kern muss im Mittelpunkt stehen und Entscheider wie beispielsweise Ferdinand Piëch als Projektentwickler, die einen Ort wie die Calwer Passage ausmachen, müssen wieder eine tragende Rolle spielen. Bei allen konzeptionellen Ideen plädierte ich aber auch dafür, „einfach mal zu machen“. Vieles entsteht im Prozess und Probleme können nicht mit den Verursachern gelöst werden. Und aus meiner Sicht besonders wichtig: „Städte müssen sich – wie auch der Einzelhandel – vom „Ort des Handels“ zum „Ort des Erlebens“ entwickeln.


Tipps von Barbara Benz:

Café Dürnitz
Im Landesmuseum Württemberg
Schillerpl. 6, 70173 Stuttgart
www.landesmuseum-stuttgart.de

Markthalle Stuttgart
www.markthalle-stuttgart.de/

Kustermann Inh. Gunther Ludwig
www.kustermann-markthalle.de

Bäcker Baier
www.baecker-baier.de

Lenz & Leif
Calwer Passage
Rotebühlplatz 20, 70173 Stuttgart
www.lenzleif.com

Abseits
Kleiner Schloßplatz 13-15, 70173 Stuttgart
www.abseitsgermany.com

TA OS weinbar by Lausterer
Bärenstraße 3, 70173 Stuttgart
www.ta-os-weinbar.de

Another Mondaen
Rotebühlplatz 20A, 70173 Stuttgart
www.anothermondaen.de

Gian Paolo e Marco
Steinstraße 2, 70173 Stuttgart
www.gpem-stuttgart.de

EmiLu Design Hotel
Nadlerstraße 4, 70173 Stuttgart
www.emilu-hotel.com

Breuninger Stuttgart
Marktstraße 1-3, 70173 Stuttgart
www.e-breuninger.de

Weinstube Zur Kiste
Kanalstraße 2, 70182 Stuttgart
www.zur-kiste.de

Dorotheen Quartier
Marktstraße 1-3, 70173 Stuttgart
www.dorotheen-quartier.de

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